Montforthaus Feldkirch

Architekturfotografie Feldkirch Montforthaus

Architekturfotografie Feldkirch: Die österreichische Gemeinde Feldkirch gilt als energieeffizienteste Stadt des Landes.  Hier haben die Berliner Hascher Jehle Architekten zusammen mit den Mitiska Wäger Architekten aus Bludenz die in den 1970ern erbaute Kongress- und Konzertstätte Montforthaus in einem monumentalen Neubau als biomorphen Monolithen inszeniert.

 

Nachdem eine Sanierung des alten Montforthauses wegen Unwirtschaftlichkeit bereits im Juli 2007 verworfen worden war, hatte man die Neukonzeption in einem europaweiten Wettbewerb ausgeschrieben. Die beiden Architektenteams konnten diesen dank ihrer sanften Neumodellage, insbesondere unter Berücksichtigung der umliegenden Altstadt-Ensembles, dem angrenzenden Gymnasium sowie der denkmalgeschützten Stadtmauer, für sich entscheiden. Dabei gelang es, trotz der völlig verschiedenen Kubaturen, eine Synthese aus Alt und Neu zu schaffen, sodass beide Areale auf attraktive Weise ineinandergreifen. Nach dreijähriger Bauzeit konnte das Montforthaus im Jahr 2015 wiedereröffnet werden. Die Baukosten betrugen rund 44 Millionen Euro, bei einer Bruttogeschossfläche von 12.715 Quadratmetern und einem umbauten Raum von 60.557 Kubikmetern. Maßgebliches Ziel war, nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten zu bauen, weshalb vorwiegend lokal vorhandene Ressourcen genutzt wurden.

Organische Architektur aus einem Guss

Da man das neue Montforthaus auf der Grundfläche des Vorgängerbaus errichten wollte, musste die Kubatur des organischen Baukörpers an die umliegende mittelalterliche Stadtbebauung, die Traufhöhen und Platzkanten angepasst werden. Um ein homogenes Raumgefüge zu erzeugen, wurde die Granitpflasterung der Altstadt aufgegriffen. Gehstreifen aus glattem Basalt-Pflaster geleiten Besucher barrierefrei zum Eingangsbereich. Die Fassade des Montforthauses wurde aus insgesamt 1.880 hellen Jurakalsteinstreifen geformt, die vertikal gegliedert auf einer Fläche von 2.150 Quadratmetern aufgebracht wurden. Die variierenden Fugen strukturieren die Fassade und rufen mit den zurückschwingenden Außenwänden die Assoziation eines Bühnenvorhangs hervor. Großzügige Glasflächen bilden den Haupteingang, offene Galerien unter einem verglasten Atriumdach formen den Eingangsbereich, der sich in lebendig schwingenden, strahlend weißen Treppen zu den Bühnensälen emporschwingt. Das Atrium des Montforthauses spannt sich als freigeformte, 15 Meter hohe organische Kuppel viergeschossig über dem Besucher auf, wobei die Rundum-Verglasung ein grenzenloses Raumgefühl schafft und für freie Sicht nach innen und außen sorgt. Weiße Kalkglätte, eine abwaschbare Spachtelung aus gebranntem Kalk, Olivenöl und Seife, modelliert die Wände, sodass sich der Betrachter im Innern eines überlebensgroßen Schneckenhauses wähnt. Ein fugenloser Betonterrazzo schließt die optische Lücke zwischen der sphärischen Kuppel und den fest definierten Räumlichkeiten, die sich mit einem einheitlich-hellen Eichen-Stabparkett von der Galerie verzweigen. 

Multifunktionales Raumkonzept

Auf insgesamt fünf Ebenen sind die verschiedenen, stets multifunktionell und mit hochwertigster Technik ausgestatteten Räumlichkeiten untergebracht. Das Herzstück des Montforthauses bildet der Große Saal im Erdgeschoss. Er wurde innen wie außen mit heimischem Birnenholz verkleidet und ist direkt über das Atrium ebenerdig zugänglich. Bis zu 1.150 Personen finden hier auf 695 Quadratmetern Platz. Bei Bedarf lässt er sich durch das Altstadtfoyer um 138 Plätze erweitern. Insgesamt drei multifunktionelle Seminarräume stehen für Tagungen, Proben und kreative Prozesse zur Verfügung. Der Seminarraum im Souterrain dient außerdem als Orchestergarderobe und bietet einen direkten Bühnenzugang, während die zwei weiteren Seminarräume im ersten Obergeschoss situiert sind und variabel gegliedert werden können. Ein weiterer Bühnenraum befindet sich im zweiten Obergeschoss. Der sogenannte Kleine Saal mit seinen goldenen Wänden bietet Tageslicht, modernste Tagungstechnik sowie eine attraktive Raumhöhe von sechs Metern. Den Abschluss des Gebäudes bildet die Dachgalerie mit Restaurant im dritten Obergeschoss. An zwei Seiten verglast bietet sie einen windgeschützen Außenbereich der mit Bar, Cateringzone und WC-Anlagen sowie einer imposanten Aussicht Platz für Empfänge, Banketts und stimmungsvolle Events aller Art bietet. Egal ob Sprechtheater, Orchesteraufführungen oder Pop-Konzerte: ausgeklügelte Akustikeinrichtungen, schwenkbare Trennelemente und verschiebbare Vorhänge sowie eine mobile Podestrie und Bestuhlung sorgen für ein Maximum an Flexibilität. Das Haus soll dabei als Plattform für Produktion, Entwicklung, Kommunikation und Vermittlung dienen, sodass ein lebendiger und nachhaltiger Dialog zwischen Gästen, Kunden, Künstlern und Veranstaltern entstehen kann.

Grün und smart

Neben der herausragenden Architektur und den vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten steht auch das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Feldkirch ist in dieser Hinsicht als energieeffizienteste Stadt Österreichs vielfaches Vorbild. Auch das Montforthaus sollte deshalb den Anforderungen an Umweltschutz, Ressourcenverträglichkeit und Energiebeeffizienz gerecht werden. Für Kühlung und Heizung sorgt eine Grundwasserwärmepumpe die von einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung unterstützt wird. Die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz erlaubt gemeinsam mit Ladestationen für Elektroautos- und Fahrräder eine CO2-arme Anreise und die Gastronomie arbeitet mit regionalen Lebensmitteln. Seinen Strom bezieht das Montforthaus aus der hauseigenen Photovoltaikanlage sowie den Personenliften, die beim Abwärtsfahren zusätzlichen Strom erzeugen. Der äußerst geringe Heizwärmebedarf von 9.2 kWh/m²a demonstriert, welches Einsparpotential mit nachhaltiger Gebäudetechnik erzielt werden kann. Damit setzt das Montforthaus nicht nur als Veranstaltungshaus Maßstäbe, sondern auch in Sachen Nachhaltigkeit und Zukunftsblick.

Das Architekturfotografie-Projekt wurde im Rahmen einer BAUWERK-Reportage erstellt.

Architekturfotografie Feldkirch Montforthaus

Feldkirch Montforthaus

Architekturfotografie Feldkirch Montforthaus

Feldkirch Montforthaus

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Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

Montforthaus bei Wikipedia
Montforthaus bei Hascher Jehle Architekten