Römer und Keltenmuseum Manching

Architekturfotografie Manching Römer und Kelten Museeum

Architekturfotografie Manching: Das keltische Manching war in vorchristlicher Zeit eine der bedeutendsten Siedlungen des damaligen Voralpenlandes. Um die Stadtgeschichte zu würdigen und den wertvollen Ausgrabungsgegenstände eine angemessene letzte Ruhestätte zu widmen, erbaute der Zweckverband Keltisch-Römisches Museum Manching ein Museumsgebäude mit leuchtender Fernwirkung.

Die oberbayerische Stadt Manching im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm blickt auf eine lange Geschichte zurück, denn hier hatten sich schon zur Zeit der Kelten Menschen angesiedelt. Die stadtartige Großsiedlung, auch Oppidum genannt, wurde im dritten Jahrhundert vor Christus gegründet und existierte rund 350 Jahre lang. Bis zu 10.000 Menschen lebten innerhalb der Stadtmauer, eine zu dieser Zeit beträchtliche Zahl. Damit war das keltische Manching eine der größten Siedlungen im Alpenvorland der damaligen Epoche. Nach dem Ende der keltischen Besiedelung bauten die Römer fast an gleicher Stelle eine Straßenstation. Zu den wichtigsten archäologischen Funden zählen ein stattlicher Goldschatz, eine Pferdeplastik, ein Kultbäumchen aus Gold sowie zwei rund 15 Meter lange Römerschiffe. Die intensive Forschungsarbeit einschließlich Ausgrabungen der letzten Hundert Jahre ließen schließlich den Wunsch entstehen, die keltische und römische Geschichte Manchings auf angemessene Weise zu präsentieren. So entschied man sich für den Neubau eines Museums, das den damaligen Alltag der Menschen erlebbar machen und den unzähligen Exponaten eine attraktive Ruhestätte geben sollte.

Museales Großprojekt zwischen Paar und Augraben

Die Fischer Architekten aus München entwarfen schließlich für den Zweckverband Keltisch-Römisches Museum Manching ein Museumsgebäude, das sowohl Kelten als auch Römern gerecht werden sollte. Das rund sieben Millionen Euro teure Projekt wird heute als Zweigmuseum von der Archäologische Staatssammlung München betrieben. Seine Hauptnutzfläche von 2.140 Quadratmetern gliedert sich in die „Abteilung Kelten“ mit rund 670 Quadratmetern, die „Ausstellung Römer“ mit etwa 510 Quadratmetern, sowie eine Zusatzfläche für Sonderausstellungen von rund 170 Quadratmetern. Außerdem beherbergt das barrierefrei konzipierte Museum noch einen Museumsshop, sowie eine Cafeteria.

Das Museum liegt auf einer Halbinsel zwischen Paarufer und dem Augraben am südwestlichen Ortsrand Manchings. Besucher erreichen das bereits von der Autobahn über eine 250 Meter breite Schneise einsehbare Museum über einen fast hundert Meter langen, ansteigenden Steg. Die Fernwirkung spielte für die Architekten von Beginn an eine zentrale Rolle, denn die nachts weithin leuchtende „Vitrine“ lockt mit der Aufschrift „Kelten“ und „Römer“ zahlreiche Besucher an.

Architektur

Der Sockel des als „schwebende Vitrine“ konzipierten Ausstellungsgeschosses gibt sich zur einen Hälfte monolithisch und beinahe öffnungslos, seine andere Hälfte wurde als transparenter Unterbau ausgearbeitet. Der umlaufend opak verglaste Kubus trägt die weithin sichtbaren Schriftzüge „Römer“ und „Kelten“. Ein nach Norden ausgerichtetes raumhohes und rahmenloses Panoramafenster gibt den Blick auf die üppig wilde Paarvegetation frei, gleich einem Blick in die Vergangenheit, als die Landschaft noch nicht industriell zerteilt und überbaut war. Die in zwei Geschosse unterteilte Ausstellungshalle öffnet sich in Richtung Museumspark. Die von der Autobahn her sichtbare Südseite bleibt jedoch aus konservatorischen und energetischen Gründen vollständig geschlossen. Ein gesimsartig umlaufendes Aluband, das den unteren wie oberen Abschluss des bügelartig aufgelegten Obergeschosses ausbildet, lässt das Museumsäußere völlig homogen wirken. Wenn der Glaskörper nachts beleuchtet ist, schwebt das Museum wie eine leuchtende Vitrine im Dunkeln. Die Innenräume werden von Zementboden, sandgestrahlten Trogdeckenelementen und angestrichenem Lehmputz geformt. Ruhige Farben und rohe Oberflächen stehen im starken Kontrast zu den kostbaren Exponaten, deren edle Ausstrahlung durch warme Lichtspots noch unterstrichen wird.

Autenthizitäts-Garantie

Trotz der unterschiedlichen und teils kleinteiligen Nutzungsbereiche gelang es den Architekten, eine großzügige Raumwirkung zu erzielen, die jedem Exponat seinen gebührenden Platz bietet. So wurden etwa die zwei wertvollen, je rund 15 Meter langen Römerschiffe in der über knapp zehn Meter hohen Ausstellungshalle positioniert, sodass diese sowohl vom Boden als auch aus der Vogelperspektive betrachtet werden können.

Um dem musealen Erlebnis Authentizität zu verleihen und Besucher den Eindruck einer Ausgrabungsstätte vermitteln zu können, entwickelte Architekt Florian Fischer exklusive Bodenvitrinen. Diese zwingen den Betrachter in die Hocke, was ihm einerseits die Perspektive des Archäologen aufzeigt und andererseits das Medium „Boden“ als archäologenlogischen Fundort thematisiert. Die übrigen Vitrinen wurden hängend, ohne störende Sockel ausgeführt und setzen damit das Leitbild von Leichtigkeit und Durchlässigkeit fort. Experimentiermöglichkeiten im Museumspark, die etwa Schulklassen zur Verfügung stehen, runden das pädagogische Angebot ab. Das Museum wurde am 2. Juni 2006 eröffnet und vom Bund Deutscher Architekten ausgezeichnet. Mit der weithin sichtbaren, leuchtenden Vitrine haben nicht nur Kelten und Römer eine ehrwürdige letzte Ruhestätte erhalten, sondern Manching auch eine weithin bekannte Attraktion.

Das Architekturfotografie-Projekt wurde im Rahmen einer BAUWERK Reportage erstellt.

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

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Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Architekturfotografie Römer und Kelten Museum Manching

Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

Homepage Römer- und Keltenmuseum Manching
Römer- und Keltenmuseum bei baunetz.de