Kategorie: Architekturfotografie

Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Pfäfers: Text folgt

Das Architekturfotografie-Projekt ist im Rahmen einer BAUWERK-Reportage entstanden.

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

Architekturfotografie Taminabrücke Pfäfers

St. Josef Kirche Holzkirchen

Architekturfotografie St. Josef Kirche Holzkirchen

Architekturfotografie Holzkirchen: Der Sakralbau gilt als der schwierigste Schauplatz am Bau. In Holzkirchen realisierten die Eberhard Wimmer einen Neubau, der für eine Kirche gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist.

Die prunkvollen Jahre des repräsentativen Kirchenbaus sind vorbei. Heute wird auf´s Budget geschaut. Sinkende Zahlen bei den Gottesdiensten, Kirchen die schließen, weil der Unterhalt zu teuer wird oder ein Skandal die Medien erschüttert, es gibt viele Gründe warum sich die Kirchengemeinden mit Investitionen zurück halten. Die meisten Projekte sind Sanierungen und Restaurierungen. Der Neubau der Kirche Sankt Joseph in Holzkirchen ist deshalb gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Im Erzbistum München und Freising ist sie die erste neugeweihte Kirche seit zehn Jahren. Und Sankt Josef wurde komplett aus Holz gebaut. Knapp 11 Millionen Euro investierte die Erzdiözese München und Freising in den Komplex aus Pfarrkirche, Kapelle der heiligen Familie und Außenbereich. Weitere 100.000 Euro flossen aus der Pfarreikasse in das Bauvorhaben. Den vom Bistum ausgelobten Wettbewerb konnten die Eberhard Wimmer Architekten im März 2013 für sich entscheiden. Spatenstich war am 4. Oktober 2015 und am 18. März 2018 wurde Sankt Josef nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit feierlich eingeweiht.

Historie

Dass in Holzkirchen eine Kirche neu gebaut werden konnte, war Glück im Unglück. Der Vorgängerbau, obwohl erst im Jahr 1962 eingeweiht, hatte aufgrund von Baumängeln und schlechtem Baugrund Schäden am Dachtragwerk erlitten. Nachdem die Kirche 2012 erst entweiht und dann gesperrt wurde, entschied man sich kurze Zeit später für einen Abriss. Das Erzbischöfliches Ordinariat München beschloss schließlich den Neubau des Pfarrzentrums mit Kirche und zugehöriger Kapelle. Lediglich der etwas abseits stehende Kirchturm wurde vom Vorgängerbau übernommen. Schon bei der Ausschreibung war klar, dass die neue Kirche aus Holz sein sollte. Architekt Eberhard Wimmer gewann den Wettbewerb mit seinem unkonventionellen Entwurf, einerseits aufgrund Raumgestaltung und Lichtführung, aber auch dank der guten städtebaulichen Integration. Und weil er bereits im Kirchenbau Erfahrung hatte.

Herausforderung Sakralbau

Für den Architekten selbst ist der Kirchenbau mit „die größte Herausforderung, die es im Bauen gibt.“ Groß sei der kreative Freiraum, „weil jede Zeit und jede religiöse Richtung bei aller Wiedererkennbarkeit ihre eigenen, zeitgemäßen Sakralbauten hervorbringen möchte.“ Das bringt aber auch hohe Erwartungen mit sich. Eine Kirche soll Sinn stiften, Werte vermitteln.  Doch gerade letztere hat die Kirche selbst in der Vergangenheit oft stark strapaziert. Ausgerechnet der Skandal um den damaligen limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sorgte dafür, dass der Baubeginn gestoppt werden musste, da die Kirche nun sehr sorgfältig über Ausgaben und deren Außenwirkung nachdachte. Als schließlich doch gebaut werden durfte, konnte Wimmer mit seinem Entwurf einer erfrischend anderen Kirche dafür sorgen, dass der Neubau weit über die Gemeindegrenze hinaus positiv rezipiert wurde.

Zeltkonstruktion aus Dreiecksfachwerk

Das neue Kirchenzentrum besteht aus einer mächtigen Rundkirche mit kleiner Kapelle und dem Kirchturm des Vorgängerbaus. Kirche und Kapelle wurden als leicht nach hinten gekippte Ovalkegel in unterschiedlichen Größen ausgeführt. Der elliptische Grundriss mit 32 unterschiedlichen Achsen und Winkelabweichungen stellte Planer und Konstrukteure dabei vor einige Herausforderungen, da keine standardisierten Schalungen under Schallehren verwendet werden konnten. Beide Kegel sind gekappt, der größere in 22 Metern, der kleinere in elf Metern Höhe. Die Stümpfe wurden mit Plexiglasdecken versehen und dienen so als große ovale Lichtöffnungen. Acht mal zwölf Meter misst sie in der großen Kirche. Das einfallende Tageslicht füllt die Innenräume mit einer schattenlosen Helligkeit. Im Querschnitt betrachtet nehmen sie einerseits die Schwünge des Alpenpanoramas auf und vermitteln gleichzeitig einen archaisch-organischen Eindruck. Die ausschließlich aus Holz gefertigte Konstruktion wurde als Dreiecksfachwerk konzipiert. Die  Planer berechneten digital die einzelnen Polygone, die dann als Fertigelemente im Leimbinderbau montiert wurden. In zehn Ringen wächst die Kirche nach oben. Die schrägen Sparren führen den Blick des Betrachters hin zum Licht, das durch die Plexiglaskuppeln Kirche und Kapelle erhellt. Die Konstruktion aus sich nach oben hin verjüngenden Balkendreiecken ist gut sichtbar und fungiert gleichzeitig als rhythmisierendes Element. Im Innern entsteht dadurch die Atmosphäre eines riesengroßen Zeltes, das gleichzeitig Leichtigkeit und Geborgenheit vermittelt. Auch von außen ragen Kirche und Kapelle wie zwei Zelte in den Himmel, am Boden sind sie über die Sakristei und das Foyer verbunden. Auf der Grundfläche von insgesamt 850 Quadratmetern finden 479 Gläubige Platz für Gebet, Andacht und Begegnung.

Liturgische Raumgestaltung

Der saalartigen Kirchenraum wurde im Sinne des zweiten Vatikanums, das auch als 21. Ökumenisches Konzil angesehen wird, liturgisch gestaltet. Vor allem der Dialog, auch mit anderen Glaubensgemeinschaften, steht demnach im Mittelpunkt, die Anpassung an die Gegenwart aber auch Treue zur Tradition. Das Zentrum des Raums bildet die ovale Altarinsel. Um sie ziehen sich die Sitzbänke in konzentrischen Kreisen. Gemeinsam mit der schreinartig neu gefassten Orgel vermittelt das Ensemble eine große Harmonie. Durch die Deckenöffnungen fällt Licht auf die liturgischen Orte und erzeugt so eine stille Dramaturgie. Fast schon divin mutet die Atmosphäre an, die dann über der gesamten Szenerie liegt. Architekt Wimmer schätzt besonders das Gefühl der Geborgenheit, das die Kirche vermittelt. Wenn er danach gefragt wird, wie er zu der Kegelform gekommen sei, muss er schmunzeln. Er habe daran gedacht, wie Kandinsky aus dem flachen Moskauer Umland nach Oberbayern gekommen sei. „Wie der plötzlich im Voralpenland diese Berge sieht, die Türme, die Zwiebeln und alles wackelt so ein bisschen in seinen Bildern, bis es irgendwann zu einer abstrakten Sinuslinie wird.“

Altes bewahren

Obwohl der Neubau von Sankt Josef geradezu futuristisch anmutet, wollte man den Geist des Vorgängerbaus bewahren. Das alte Taufbecken bekam einen neuen Platz, ebenso Altar und Tabernakel aus Carrara-Marmor. Einen neuen Ambo und Sedilien – das Lesepult und die Sitze im Altarraum – schuf Bildhauer Fritz Brosig, der auch schon den Altar der alten Kirche geschaffen hatte. Die bronzene Eingangstür, die von Szenen aus der Ortsgeschichte und Bergkristallen geziert wird, dient nun als Eingang zur Kapelle. Die alte Orgel wurde restauriert und um 26 Register aufgerüstet und begleitet auch in der neuen Kirche die Liturgie. Selbst der Grundstein der alten Kirche wurde wieder installiert, er schmückt die Wand der Sakristei. Neu gestaltet wurde hingegen das Kirchenportal- Bronzetore mit seitlich anschließenden Eichenholzwänden. Und die Kapelle erhielt eine dreiteilige Glasskulptur, ein abstraktes Abbild der heiligen Familie.

Auf Holz klopfen

Für Architekt Wimmer war Holz der Baustoff erster Wahl. Nicht nur, dass Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und lokalem Bestand rundherum klimafreundlich ist. Beton und Stahl hätten sich hier aus verschiedenen Gründen ohnehin nicht geeignet. Die stützfreien, kegelförmigen Raumhüllen ließen sich aus Holz wesentlich kostengünstiger realisieren. Zudem vermitteln Holzbauten typischerweise ein Gefühl der Geborgenheit und Erdung. Das Holz stammt aus  regionalen Quellen. Für die Konstruktion wurde überwiegend Brettschnittholz aus zentraleuropäischen Wäldern, hauptsächlich Fichte, verwendet. Die Kegeldächer wurden mit Lärchenschindeln verkleidet und die Fachwerkknoten bestehen aus Buchenholz. Wo der Brandschutz berücksichtigt werden musste oder gestalterische Aspekte ausschlaggebend waren, kam Eichenholz zum Einsatz.

Klimabilanz und Energetik

Sankt Josef ist nicht nur in architektonischer und gestalterischer Hinsicht außergewöhnlich. Die Kirche weist auch unter energetischen Aspekten bemerkenswerte Kennzahlen auf. Die Kirche konnte als Niedrigenergiegebäude mit passiver Energienutzung ausgeführt werden, das die Vorgaben der EnEV um bis zu 28 Prozent unterschreitet. Die Lüftung entsteht durch die Aufwinddynamik in den Kegeln, die für eine kontinuierliche Umwälzung der Luft sorgt. Die Fußbodenheizung wird durch Geothermie mit Energie versorgt, wobei die Bodenplatten als thermisches Speichermedium dienen. LED-Leuchten und begrünte Flachdachbereiche optimieren Emissionen und kompensieren Kohlenstoffdioxid. Regenwasser versickert über eine Rigolenanlage, sodass Niederschlag dem Boden zugeführt wird, statt in die Kanalisation eingeleitet zu werden. Allgemein lag der Fokus darauf, langlebige Materialien und Konstruktionen zu verwenden, um so für eine lange Lebensdauer der Kirche zu sorgen. Am 18. März 2018 wurde St. Josef feierlich eingeweiht. Seitdem können die Besucher hier ein Stück vom Himmel erleben, den man sich in der Kirche gut ausmalen kann.

Das Architekturfotografie-Projekt wurde im Rahmen einer BAUWERK-Reportage erstellt.

 

Panoramalift Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Rorschach: Im Schweizerischen Rorschach wurde ein barrierefreier Bahnhofszugang der besonderen Art realisiert. Passanten überwinden das Höhenniveau mit einem Panoramalift, der eine grandiose Aussicht über den Bodensee bietet.

 

Das schweizerische Städtchen Rorschach liegt im Kanton St. Gallen, am südlichsten Punkt des Bodensees. Die malerische Seepromenade sowie das Alpenpanorama machen die Gemeinde zu einem beliebten Ausflugs- und Erholungsziel. Dementsprechend hat Rorschach auch drei Bahnhöfe, bei gerade einmal 9.000 Einwohnern. Direkt am Seeufer liegt der Hauptbahnhof auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs. Um das unmittelbar südlich anschließende Wohngebiet sowie die Buslinie zu erreichen, mussten Passagiere bisher einen Höhenunterschied von 25 Metern überwinden, da durch die Steinbrucharbeiten das Bodenniveau tiefer lag. Entsprechend schwierig gestaltete sich auch der Zugang zum Bahnhofsgelände, Fußgänger mussten bislang einen längeren Weg in Kauf nehmen. Für gehbehinderte Passanten bedeutete dies ebenso Unannehmlichkeiten wie für eilige Reisende. Bereits in der Vergangenheit waren deshalb Forderungen nach einer Modernisierung der Infrastruktur um den Bahnhof laut geworden. Eine erste Studie erfolgte jedoch erst im Jahr 2007. Lift und Steg befand man als geeignetste Konstruktion, um einen schnellen und barrierefreien Zugang zum Bahnhof zu ermöglichen. 2009 entschied schließlich die Stadt, einen Wettbewerb auszuschreiben, aus dem der Entwurf von Architekt Alex Buob als Siegerprojekt hervorging. Aufgabe war es, das Wohnquartier hindernisfrei mit dem Bahnhof zu verbinden. Im September 2011 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden, rund ein Jahr später, im Oktober 2012 war das Projekt fertiggestellt. Mit Baukosten von 2.200.000 Schweizer Franken, umgerechnet etwa 1.850.000 Euro, war das Projekt deutlich teurer als ursprünglich geplant. Jedoch stellten sowohl Gemeinderat, Bürgerversammlung als auch der Kanton Mittel für die Realisierung bereit.

Lift mit Ausblick

Um den Höhenunterschied von 25 Metern zwischen Bahnhof und Wohnquartier zu überwinden kam letztlich nur ein Lift in Verbindung mit einem Steg in Frage. Die Behörden befanden jedoch, dass eine gedeckte Passerelle ein höheres Sicherheitsgefühl sowie eine bessere Handhabbarkeit hinsichtlich Eis und Schnee gewährleisten würde. Der Stadtrat Rorschach ließ deshalb Buobs Entwurf entsprechend weiter ausarbeiten, um die Konstruktion noch benutzerfreundlicher und leistungsfähiger zu machen. Entstanden ist ein architektonisch zwar schlichtes aber dennoch beeindruckendes Infrastrukturgebäude aus Beton und Glas. Den Höhenunterschied überwindet ein Treppenturm der gleichzeitig den Lift beherbergt. Der zweigeteilte Schacht ist nach außen hin verglast, sodass Lift und Treppe sichtbar sind. Im 22 Quadratmeter großen Aufzug können 26 Passagiere in nur 14 Sekunden von Gehwegniveau hinab zum Bahnhof – oder umgekehrt – befördert werden. Bewegungsfreudige Besucher nehmen stattdessen die Treppe, die sich als offene Stahlkonstruktion im Turm hinaufwindet. Von außen betrachtet bildet die reduzierte Fassade von Panoramaturm und Passerelle einen spannenden Kontrast zum klassizistischen Bahnhofsgebäude. Oben im Turm angekommen betreten Reisende eine als Stadtbalkon ausgearbeitete Plattform. Sie kragt nach Norden über die Gleisanlagen aus und gibt den Blick auf den Bodensee samt umliegender Landschaft frei. Hier setzt die rund 45 Meter lange, freigespannte und plastisch geformte Passerelle an. Im Gegensatz zum statischen Turm schwingt sie frei zum Lift hin aus und verleiht der Konstruktion eine lebendige Dynamik. Die geschwungene Öffnung zur Stadt hin ist als durchlaufendes Band konzipiert und erlaubt eine freie Sicht nach Westen. Gen Osten ist die Fassade geschlossen, jedoch wurden einzelne Öffnungen in unterschiedlichen Höhen eingearbeitet, die großen und kleinen Passanten einen grandiosen Ausblick über die nahen Baumkronen des Parks freigeben.

Spannungsvolles Tragwerkskonzept

Insgesamt umfassen Turm und Passerelle eine Kubatur von 1.378 Kubikmetern. Südseitig befindet sich das Widerlager für den Steg. Westlich wird das Tragsystem von einer Brüstung gebildet, die in einer Krümmung in Richtung Turm verläuft. Ostseitig besteht das Tragsystem aus einer Wandscheibe mit diversen Öffnungen. So ergibt sich eine trogartige Konstruktion, deren unterschiedlichen Verformungstendenzen mit einer Anordnung von Vorspannkabeln entgegengewirkt werden. Im Überbau wurde auf Tragelemente zur Torsionsaufnahme verzichtet. Hier müssen die Stabilitäts- und Ablenkkräfte über die Rahmenwirkung des Querschnitts aufgenommen werden, sodass sich eine gegenseitige Beeinflussung der Längsträger ergibt. Der Aufzug- und Liftturm ist am Fuß fest im Fels eingebunden und übernimmt damit die Wind- und Erbebenkräfte der Gesamtanlage. Der rund 30 Meter hohe Treppen- und Liftturm sowie die über rund 40 Meter freigespannte Passerelle wurden überwiegend in Ortbeton ausgeführt. Nur die Nordseite des Turms und das Balkongeländer sind verglast. Der Turm wurde mit einer Kletterschalung erstellt während zur Herstellung des Steges vorgängig ein Lehrgerüst installiert wurde. Der Bau ist von sauber ausgerichteten Tafelschalungselementen geprägt. Der Beton wurde absichtlich nicht eingefärbt und verleiht der Konstruktion ein rauhes aber dennoch filigranes Erscheinungsbild. So trutzt das Gebäude nicht nur Wind und Wetter sondern ermöglicht nun Bewohnern und Reisenden einen barrierefreien und dabei äußerst spektakulären Zugang zum Rorschacher Hauptbahnhof.

Das Architekturfotografie-Projekt ist im Rahmen einer BAUWERK-Reportage entstanden.

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Architekturfotografie Panoramalift und Treppenturm Rorschach

Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

Artikel zum Panoramalift Rorschach im Tagblatt St. Gallen
Treppenturm Rorschach bei swiss-architects.com

Schmuttertal Gymnasium Diedorf

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf: Ein integraler Planungsprozess mit nur zweijähriger Bauzeit und Plusenergiestandard, dies waren die Vorgaben, welche die Stadt Augsburg für den Neubau des Schmuttertal-Gymasiums in Diedorf den Planern auferlegte. Herausgekommen ist ein Vorzeigeprojekt im Plusenergiestandard mit herausragender Öko- und Energiebilanz.

 

Im schwäbischen Markt Diedorf, in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet Augsburg -Westliche Wälder ist in zweijährige Bauzeit ein Vorzeigeprojekt hinsichtlich integraler Planung und ökologiebewusster Umsetzung entstanden. Eingefasst von lockerer Wohnbebauung und freien Feldern, wurde hier der Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums in Holzbauweise und Plusenergiestandard realisiert. Architekt Florian Nagler aus München und die Hermann Kaufmann Architekten aus Schwarzach konzipierten den Gebäudekomplex zusammen mit Schülern, und anderem Schulpersonal um eine Lehr- und Lernumgebung zu schaffen, die pädagogischen aber auch ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten gerecht wird. Rund 16.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche bieten über 1000 Schülern Platz für Unterricht, Sport, Verpflegung und Aufenthalt.

Der Landkreis Augsburg erließ als Bauherr schon in der Planungsphase strenge Vorgaben. Der durch ein integrales Planungsverfahren konzipierte Gebäudekomplex sollte innerhalb von nur zwei Jahren errichtet werden und zudem den Plusenergiestandard erfüllen, bei dem das Gebäude seinen eigenen Energiebedarf überkompensiert. Mehrkosten waren nur erlaubt, wenn diese durch eine entstehende Energieeinsparung amortisiert würden. Ökologie, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit, sowie die Schaffung einer pädagogisch wertvollen Lernumgebung standen damit klar im Mittelpunkt der Bemühungen.

Insgesamt vier großvolumige aber dennoch komplexe Baukörper wurden mit südöstlicher Erschließung, kreuzförmig um einen Innenhof gruppiert. Die eingeschossige Sporthalle wurde in einem eigenen Flügel untergebracht, im zweiten Gebäudeteil befinden sich auf zwei Geschossen Aula, Mensa, Bibliothek sowie Lehrerzimmer und das Sekretariat. Die Klassenzimmer und Fachunterrichtsräume wurden schließlich auf die zwei übrigen, jeweils dreigeschossigen Trakte verteilt. Als tragende Konstruktion dienen Stahlbetonelemente während die übrigen Bauteile als reine Holzbaukonsturktionen, die Decken als Holzbetonverbunddecken ausgeführt wurden. Die Außenwände wurden als Holzrahmenkonstruktion mit gedämmter und hinterlüfteter Fassade konzipiert und in grau lasierter Holzschalung ausgeführt. Mit zunehmender Geschosszahl ließ man die Außenhülle je ein Stück weiter hervorkragen um einen verbesserten Witterungsschutz im Fassadenbereich zu erhalten. In den Unterrichtsräumen dominieren weiß lasierte Holzoberflächen, helle Böden und Glaselemente, die gemeinsam für eine hohe Ausbeute an augenfreundlichem Tageslicht sorgen. Und auch in den Grün- und Außenflächen wurde die ökologische Anmutung mit hellen Pflastersteinen, Holzelementen und einem jungen Baumbestand weitergeführt.

Wegen seiner klimaneutralen und bauphysikalischen Eigenschaften wurde der Baustoff Holz für das Vorzeigeprojekt favorisiert. Eingesetzt wurden verschiedene Holzwerkstoffe wie etwa Brettschichtholz, Konstruktionsvollholz oder Dreischichtplatten. Seine Eigenschaften als Wärmespeicher wiederum wirken sich positiv auf das Energiemanagement des Gebäudes aus. Zentraler Bestandteil des Energiekonzeptes sind neben dem klimaneutralen Baustoff Holz auch die insgesamt 1.650 Photovoltaikmodule auf flachgeneigten, asymmetrischen Satteldächern, die lediglich von schmalen Oberlichtbändern durchbrochen werden. Hierdurch wird eine jährliche Stromausbeute von rund 510 MWh erzeugt, die den Energiebedarf des Gymnasiums um etwa das Eineinhalbfache überkompensiert. Fensterelemente im Passivhausstandard, die im Fassadenbereich als durchgehende Bänder und im Bereich der Treppenhäuser als vollgeschossige Glasflächen verbaut wurden, vervollständigen die energieeffiziente Außenhülle. Planern und Architekten gelang es damit, ein Vorzeigeprojekt zu realisieren, das in künftigen Bauprojekten dieser Größe seinen Niederschlag finden dürfte.

Das Architekturfotografie-Projekt wurde im Rahmen einer BAUWERK-Dokumentation umgesetzt.

 

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Architekturfotografie Diedorf Schmuttertal Gymnasium

Diedorf Schmuttertal Gymnasium

 

Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

Schmuttertal Gymnasium Homepage
Schmuttertal Gymnasium bei Detail

Wohnanlage Seepromenade Davos

Architekturfotografie Wohnanlage Seepromenade Davos

Architekturfotografie Davos: Die Architekturen des Alpenraumes stehen wie keine andere Baukunst für Tradition und Verwurzelung. Doch auch hier bleibt Erneuerung nicht aus. Dem Team von Think Architecture ist es gelungen, mit der Neuinterpretation der Bündner Alpinarchitektur ein modernes und dabei äußerst behagliches Wohnquartier in einer imposanten Berglandschaft zu schaffen.

 

Davos ist als Luftkurort und Wintersportgebiet bekannt und beliebt. Mit knapp 12.000 Einwohnern ist der Ort gut überschaubar, wartet jedoch mit einer kulturhistorisch interessanten und abwechslungsreichen Stadtgeschichte auf. Wandern, Mountainbiking, Segeln, Klettern: aktive Menschen werden sich in Davos nicht langweilen. Genießer hingegen finden ein reichhaltiges Angebot an Wellness und Kulinarik. Auch bauhistorisch hat Davos einiges zu bieten. Die alpine Berg- und Kulturlandschaft Graubündens ist von Burgen, Herrenhäusern, mittelalterliche Kirchen und alten Bauernhäuser geprägt. Gleichwohl finden sich auch herausragende Beispiele jüngerer Architektur. Ein Exempel statuierte jüngst das Team von Think Architecture, das in prominenter Lage am Ortsrand von Davos, mit unverbautem Blick auf den See und die vorgelagerte Wiese, zwei moderne Wohnhäuser mit insgesamt 27 Wohnungen in Anlehnung an die traditionelle Bündner Architektur realisierte.

Die beiden Wohnhäuser wurden über eine großzügige, parkähnliche Grünanlage miteinander verbunden und sind über diese auch direkt an die Seeumgebung angeschlossen. Obwohl am Ortsrand gelegen, sind sowohl das Dorf als auch der See mit seinem Spazierweg, Restaurants und die Bergbahnen sowie die wichtigen Verkehrsachsen im Handumdrehen erreichbar. Vier Jahre vergingen von der ersten Planung bis zur Fertigstellung, kein langer Zeitraum angesichts der unkonventionellen Grundriss- und Formengestaltung. Ein Punkt- und ein Langhaus bilden das Ensemble, bei dem bewusst auf geradlinige Fassaden verzichtet wurde und stattdessen bereits die Außenhülle, in Anlehnung an die umliegenden Gipfelmassive, asymmetrisch gebrochen wird. Loggien sitzen als großformatige Öffnungen in der Fassade. Leicht versetzt zueinander beleben sie mit den Fenstern die Außenansicht. Jedes Fenster besteht aus einer großflächigen Festverglasung sowie einem schmäleren Lüftungsflügel. Ein mineralischer, grober Rillenputz, in den Glimmerpartikel eingestreut wurden, verleiht der Fassade eine charmante Anmutung. Die dunkel gebeizten Fensterstöcke werden von einem weißen Modellierputz auf der sonst graubeigen Fassade ansprechend umrahmt und erinnern an die traditionelle Bündner Alpinarchitektur. Beide Gebäude wurden mit Tiefgarage sowie drei oberirdischen Geschossen ausgeführt wobei im Langhaus 18 Wohnungen und im Punkthaus neun Wohnungen umgesetzt wurden.

Wie schon die Außenhüllen wurden auch die Wohnungsgrundrisse asymmetrisch angelegt, um auch hier die montane Umgebung wieder aufzugreifen. Über die großdimensionierten, teils deckenhohe Fensterelemente gelangt viel Licht in sämtliche Zimmer, die Panoramaverglasungen geben den Blick auf die umliegenden Bergmassive frei. Um das Gefühl der Weite auch in den Wohnräumen beizubehalten, wurden die Küchen überwiegend mit dem Wohnzimmer zusammengeschlossen. So entstehen große Aufenthaltsflächen die stets Lichtdurchflutet und hell sind. Vorgefertigte Einbauschränke in Naturholz und ebenso voreingebaute Küchen in identischem Design überlassen auch in Sachen Innenarchitektur nichts dem Zufall. Helle Naturholzböden verleihen sämtlichen Wohnräumen eine rustikale Gemütlichkeit und sind als nachhaltiges Baumaterial gleichzeitig so modern wie nie. Alle Wohnungen verfügen über hochwertig ausgestattete Bäder mit WC und Badewanne noch über ein separates WC, welches in den meisten Fällen noch mit einer Duschwanne ausgestattet wurde. Durch die Asymmetrie wirken die Wohnungen unkonventionell und dennoch behaglich. Gedeckte Loggien runden den Wohnkomfort ab. Während im Punkthaus je eine große, von allen Räumen aus zugängliche Loggia installiert wurde, verfügen die Wohnungen im Langhaus über zwei kleinere Loggien und geben den Blick damit gleich in zwei Richtungen auf die beeindruckende Montanumgebung frei. Alle Häuser wurden außerdem im MINERGIE-Standard ausgeführt, der mit den deutschen EnEV-Vorgaben vergleichbar ist. Den Architekten gelang es damit, zeitgenössische Architektur mit traditionellen Elementen lokaler Baukunst zu verschmelzen. Dadurch entstand ein äußerst gefälliges und zudem wohnliches Bauprojekt, welches Vergangenheit und Gegenwart überzeugend in sich vereint.

Das Architekturfotografie-Projekt wurde im Rahmen einer BAUWERK-Reportage umgesetzt.

 

Architekturfotografie Wohnanlage Seepromenade Davos

Wohnanlage Seepromenade Davos

Architekturfotografie Wohnanlage Seepromenade Davos

Wohnanlage Seepromenade Davos

Architekturfotografie Wohnanlage Seepromenade Davos

Wohnanlage Seepromenade Davos

Architekturfotografie Wohnanlage Seepromenade Davos

Wohnanlage Seepromenade Davos

Architekturfotografie Wohnanlage Seepromenade Davos

Wohnanlage Seepromenade Davos

Architekturfotografie Wohnanlage Seepromenade Davos

Wohnanlage Seepromenade Davos

Architekturfotografie Wohnanlage Seepromenade Davos

Wohnanlage Seepromenade Davos

Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

Best Architects 2018
Loft Seepromenade bei booking.com

Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie München. Nachdem im Münchner Tierpark Hellabrunn die Unterdecken des historischen Elefantenhauses teilweise eingestürzt waren, entschloss sich der Zoo zu einer aufwendigen Generalsanierung. Dabei konnte sowohl der orientalische Charme gewahrt, als auch die Lebensqualität der Dickhäuter maßgeblich verbessert werden.

 

Der Tierpark Hellabrunn wurde am 1. August 1911 eröffnet. Eines seiner ältesten Gebäude und gleichzeitig das Wahrzeichen des Tierparks ist das Elefantenhaus. 1914 wurde es im neobyzantinischen Stil von Emanuel Seidl errichtet, dem auch der erste künstlerische Generalausbauplan des Tierparks oblag. Exotische Baukunst erfreute sich damals großer Beliebtheit, transportierte sie doch die fremde Welt der Kolonien in die vertraute Umgebung der Heimat. Die orientalisch anmutenden Kuppel aus Glas und Stahlbeton begeisterte dementsprechend die Besucher – und war gleichzeitig eine der ersten freitragenden Betonkuppel-Konstruktionen weltweit. Doch rund 100 Jahre sowie die ammoniakhaltige Luft im Innern des Elefantenhauses setzten der Bausubstanz zu. Im Jahr 2010 stürzte deshalb ein Teil der Decke ein. 2014 wurde die Dachkuppel schließlich aus Sicherheitsgründen gesprengt. Nach einer mehrjährigen Planungs- und Sanierungszeit konnte das Elefantenhaus am 28. Oktober 2016 dann nach feierlicher Eröffnung wieder in altem und neuem Glanz erstrahlen.

Schönheitsreparaturen mit Hindernissen

Eigentlich sollte das Elefantenhaus anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Hellabrunn im Jahr 2011 lediglich einen „frischen Anstrich“ erhalten.  Die ursprünglich ockergelbe Farbe sollte wiederhergestellt, ehemals vorhandene Oberlichter freigelegt werden. Doch kurz nach Beginn der Fassadenarbeiten stürzte im Jahr 2010 unvermittelt ein Teil der tonnenschweren Rabitzdecke ein. Das Elefantenhaus wurde sofort für Besucher gesperrt. Sechs Elefanten, drei Giraffen sowie sieben Pinselohrschweine, die gemeinsam in dem denkmalgeschützten Bau untergebracht waren, mussten schnellstens umquartiert werden. Der Zoo errichtete dazu mehrere Provisorien – auf unbestimmte Zeit, denn aus den Schönheitsreparaturen war über Nacht eine millionenschwere Generalsanierung geworden.

Sprengung trotz Denkmalschutz

Schon zu Beginn der Folgearbeiten zeigte sich, dass die Dachkonstruktion weit mehr als angenommen in ihrer Tragfähigkeit beeinträchtigt war. Unter dem Risiko, den Denkmalschutz für den historischen Bau zu verlieren, entschied man sich, die Dachkuppel vollständig zu sprengen, da eine Sanierung unmöglich schien. Am 12. September 2014 fiel die 18 Meter hohe und rund 300 Tonnen schwere Stahlbetonkonstruktion in sich zusammen. Da Grundmauern und Fundamente teilweise erhalten werden konnten beschloss man, das Elefantenhaus auf den alten Grundfesten wieder neu aufzubauen. Ziel war es, den Geist des berühmten und beliebten Wahrzeichens zu erhalten aber gleichzeitig ein modernes und artgerechtes Gebäude zu schaffen. Der Tierpark entschied sich schließlich für einen Neuaufbau der Dachkuppel als Stahl- und Glaskonstruktion. So war es möglich, die Bauweise des historischen Originals wieder aufzunehmen, mehr Lichteinfall zu generieren und gleichzeitig eine höhere Toleranz gegenüber den tierischen Ausdünstungen zu erzielen.

Wiederaufbau mit Verzögerungen

Für den Wiederaufbau stand ein verhältnismäßig knappes Budget von rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Dem beauftragten Ingenieurbüro gelang es jedoch, mittels Optimierung des statischen Systems, einer günstigen Querschnittswahl und einer Anpassung auf die Möglichkeiten der ausführenden Stahlbaufirma den Herstellungsaufwand zu senken und so im Kostenrahmen zu bleiben. Doch zuerst machten negative Statikprüfungen weitere Rückbau- und Abbruchmaßnahmen nötig, sodass am Ende nur rund 20 Prozent der alten Mauern erhalten werden konnten. Die zwölf Trägerelemente wurden schließlich statisch verstärkt und dienen als heute wieder als Raumgerüst für die neue Dachkuppel. Mittels iterativem Algorithmus errechneten die Ingenieure die exakten geometrischen Parameter für die Dachkonstruktion. Entstanden ist eine ellipsoide Form, mit der die noch vorhandenen Stützen ideal erreicht und gleichzeitig die historische Dachform eng nachempfunden werden konnte.

Stahlkonstruktion für 664 Quadratmeter Dachfläche

Sowohl die Haupt- als auch die vier Seitenkuppeln erhielten eine eigens angefertigte Stahlkonstruktion mit einer Fläche von insgesamt 664 Quadratmeter. Möglich machte das ein BA-Verglasungssystem der JET-Gruppe, das auf der Stahlunterkonstruktion aufgebracht wurde. So können weder hohe Windlasten noch Schlagregen oder vergleichbare Extremwetterereignisse dem neuen Dickhäuterdomizil etwas anhaben. Belüftungsflügel gewährleisten den Luftaustausch. Ammoniakdämpfe können damit künftig abziehen, statt die Raumluft zu beeinträchtigen. Auch die fünf historischen Dachkronen wurden zwischenzeitlich restauriert. Sie bilden mit ihren 1,20 und 1,50 Meter hohen ‚Wimpel‘ den Abschluss der Hauptkuppel und der vier Seitenkuppeln. Jede Dachkrone besteht aus Kupferblech und wiegt rund 30 Kilogramm. Zur Eröffnung des Zoos im Jahr 1914 waren sie mit Blattgold überzogen worden, doch auch an ihnen hatte der Zahn der Zeit genagt. Zur Finanzierung der kostspieligen Restauration hatte der Tierpark um Spenden gebeten – die Kosten pro Krone beliefen sich auf rund 9.000 Euro. Auch die restaurierten Fenster befinden sich wieder an ihrem Platz. Mit Fingerspitzengefühl und technischer Raffinesse gelang es Planern und ausführenden Firmen, mit der transparenten, filigranen Konstruktion den orientalischen Charme des historischen Vorläuferbaus wieder aufleben zu lassen.

Neueste Erkenntnisse für glückliche Elefanten

Auf fast 1.000 Quadratmetern Fläche findet die Herde nun genügend Platz, um sich zu bewegen, zu entspannen und zu fressen. Das Herzstück des Elefantenhauses bildet ein großer Freilaufbereich mit unterschiedlichen Bodenbelägen: Sand dient der Hautpflege, harter Naturbodenbelag der Abnutzung der Fußsohlen. Ein zusätzlicher Bereich mit Gummiboden schont die Gelenke. Im drei Meter tiefen und 90 Quadratmeter großen Tauch-Badebecken mit Wasserfall und Strömungsdüsen können die Dickhäuter planschen und Körperpflege betreiben. Da Elefanten ihr Futter gerne waschen, wurde eigens ein separates Futterwaschbecken für das Säubern von Obst und Gemüse installiert. Sieben unterschiedlich große Boxen dienen den Tieren als Ruhezonen. Sie sind mit den anderen Boxen und der Freilauffläche verbunden, wobei jede Innenbox einen eigenen Außenzugang hat. Zwei Trainingsboxen bieten Platz für die Arbeit mit den Tieren. Heute gilt das Prinzip des „geschützten Kontakt“, bei dem Tierpfleger mit den Elefanten über eine sichere Absperrung hinweg trainieren. Alle Boxen sind rings um die Freilauffläche angeordnet, lassen sich aber je nach Bedarf vom übrigen Raum separieren. Der Besucherbereich wurde neben einer ebenerdigen Plattform auch als Galerie ausgeführt, sodass große und kleine Zoobesucher eine spektakuläre Sicht auf die Herde haben. Doch im Gegensatz zum historischen Vorbild haben nun die Elefanten deutlich mehr Platz als die Zuschauer. Wie sich zeigte, ist die Rekonstruktion des Elefantenhauses nicht nur in architektonischer Hinsicht ein Gewinn, auch die Bewohner freuten sich beim Einzug sichtlich über ihr neues Zuhause.

Das Architekturfotografie-Projekt ist im Rahmen einer BAUWERK-Reportage entstanden.

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Architekturfotografie Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn München

Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

Homepage Tierpark Hellabrunn München
Bautagebuch Elefantenhaus
Bauvorhaben Elefantenhaus Tierpark Hellabrunn

Hochschule Weihenstephan Freising

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising: Bildungseinrichtungen stellen Planer und Architekten meist vor besondere Herausforderungen. Denn neben Funktionalität und Wirtschaftlichkeit stehen Repräsentativität und architektonische Qualität an erster Stelle. Beim Neubau des Zentrums für Naturwissenschaftliche Grundlagen in Freising gelang es, all diese Kriterien miteinander zu vereinbaren.

 

Vom Kloster zum Musterlandwirtschaftsbetrieb, über eine Baumschule bis hin zur heutigen Hochschule Weihenstephan-Triesdorf – der Hochschulcampus Freising-Weihenstephan hat eine bewegte Geschichte hinter sich und ist seinen Ursprüngen doch stets treu geblieben. Seit Jahrzehnten zum „Grünen Zentrum Bayerns“ weiterentwickelt beherbergt er heute neben Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen sowie dem „Center of Life Sciences“ auch den wichtigsten Teil der Hochschuleinrichtungen sowie weitere Institute, Landesanstalten und Organisationen, die den Standort strategisch nutzen können. Um den wachsenden Studentenzahlen und damit auch Angestellten sowie den hierfür notwendigen Flächen gerecht zu werden, hatte sich die Hochschule bereits im Mai 2007 für die Schaffung von 533 neuen Studienplätzen verpflichtet. Im Juni 2008 wurde der Bauantrag beim Bayerischen Wissenschaftsministerium gestellt, im Dezember 2010 erfolgte die Zustimmung. Schließlich entstand von April 2013 bis September 2016 auf einer Hauptnutzfläche von insgesamt 4.874 Quadratmetern das ‚Zentrum für Naturwissenschaftliche Grundlagen Freising‘. Mit rund 30 Millionen Euro hat sich der Freistaat Bayern an der Gesamtfinanzierung beteiligt um das Spitzenniveau der bayerischen Hochschulbildung zu sichern. Die Einrichtung gilt als Kompetenzzentrum, in dem ökologische und ökonomische Belange miteinander verbunden werden und bietet Platz für zusätzliche Hörsäle, Seminar- und Laborräume.

Multifunktionstalent hinter Glas

Mit dem aus zwei Baukörpern bestehenden Gebäudekomplex sollte ein gestalterischer Akzent auf dem Campusgelände gesetzt werden. Der Hörsaalkubus mit seiner hinterlüfteten Fassade aus transluzentem Glas stellt den Anker für den angeschlossenen Langbau dar und markiert gleichzeitig den Eingangsbereich des Campus. Auf einer Achse mit dem Praktika- und Hörsaalgebäudes der Technischen Universität München gelegen beherbergt der Langbau insgesamt 1.150 Quadratmeter Laborfläche, drei EDV-Räume, sowie etwa 1.000 Quadratmeter Bürofläche. Im Kubus hingegen finden sich auf 2.000 Quadratmetern vier Hörsäle für insgesamt 500 Personen, drei Seminarräume und die Räume der Agrarsystemtechnik. Auch das Foyer, eine Cafébar, Versammlungs- und Aufenthaltsstätten sowie ein Werkstattbereich sind hier untergebracht. In den Fluren dienen mit Sitzgelegenheiten versehene Nischen als Verweilräume für die Studenten. Aufgrund des Höhengefälles stellt sich der Komplex nordseitig als viergeschossiges Gebäude, südseitig als dreigeschossiges Gebäude dar. Beide Baukörper wurden in Stahlbetongeschossbauweise ausgeführt. Während der Langbau durch die geradlinig gesetzten Fenster der vielen Büros gegliedert wird, setzt sich der Kubus durch seine transluzente Glasfassade selbstbewusst ab. Da die Unterkonstruktion aus Beton leicht sichtbar bleibt erhält die Fassade Tiefe und Struktur. Das über alle Ebenen nach Osten und Westen verglaste Foyer vermittelt dem Besucher eine räumliche Leichtigkeit und gibt den Blick auf die streng gestaltete Gartenanlage sowie die Außenanlagen mit Campusplatz und Parkplätzen frei. Zur Gewährleistung der Barrierefreiheit verfügt der Neubau über entsprechende Aufzüge und Toiletten, die Hörsäle wurden eigens mit induktions-basierenden Audiosystemen für Hörbeeinträchtigte ausgestattet.

Energetik spielt eine prominente Rolle

Um dem wissenschaftlichen Anspruch auch in gebäudetechnischer Hinsicht gerecht zu werden, wurden hohe Vorgaben an die energetische Bewirtschaftung des Neubaukomplexes gestellt. Zugrunde lagen die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2013. Hochgedämmte Fassaden sowie eine Dreifachverglasung sorgen für eine effiziente Außenhülle. Wärme bezieht die Hochschule in Form von Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung auf regenerativer Hackschnitzel-Basis. Intelligente Gebäudetechnik wie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine hauseigene, 180 Quadratmeter große Photovoltaikanlage sorgen für weitere Energieeinsparung. Jährlich kann so die Emission von Kohlenstoffdioxid um 2,6 Tonnen reduziert werden. Die maschinelle Kühlung des Serverraums führt hierbei gewonnene Abwärme wieder dem Heizungssystem zu, sodass kaum Energie verloren geht. Dank der sorgfältigen Planung konnten die Anforderungen der EnEv letztlich sogar um 30 Prozent unterschritten werden. Mit dem Neubau des Zentrums für Naturwissenschaftliche Grundlagen Freising befindet sich die Hochschule somit nicht nur hinsichtlich der wachsenden Studentenzahlen auf der Höhe der Zeit, sondern auch im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit. Seit Oktober 2016 steht der Neubau Studenten aus aller Welt offen und leistet damit einen aktiven Beitrag zur Bildungs- und Forschungslandschaft in Bayern.

Das Architekturfotografie-Projekt ist im Rahmen einer BAUWERK Reportage entstanden.

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

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Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Architekturfotografie Freising Hochschule Weihenstephan

Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

Homepage der Hochschule Weihenstephan
Hochschule Weihenstephan bei Süddeutscher Zeitung

FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie Zürich: Das 2007 fertiggestellte neue Hauptgebäude des Weltfußballverbandes (FIFA) auf einer in der Nähe des Zoos gelegenen Sportanlage wurde von der Architektin Tilla Theus entworfen. Das kubusförmige Bauwerk mit 300 Arbeitsplätzen umfasst zwei Ober- und fünf Untergeschosse mit einer Fläche von 37.400 Quadratmetern. Es dient auch als Konferenz-Zentrum und Archiv. Zudem sind erstmals alle FIFA-Mitarbeiter unter einem Dach vereint. Die Gesamtinvestition samt Grundstück belief sich auf rund 240 Millionen Schweizer Franken. „Sein Luxus und seine Unzugänglichkeit provozieren den Betrachter“, urteilte die Neue Züricher Zeitung.

 

 

Gerade einmal vier Jahre, nachdem die Fifa ihren Hauptsitz am Sonnenberg bezogen hatte, legte der Weltfußballverband im Jahr 2004 bereits den Grundstein für sein neues Zürcher Domizil. In Bestlage, nahe des Zoos und in unmittelbarer Nähe zum Zürichberg, schmiegt sich das Gebäude in eine Waldlichtung. Das 44.000 Quadratmeter große Grundstück einer Sportanlage war der richtige Ort für die neue Schaltzentrale, in der nun alle 300 Mitarbeiter unter einem Dach vereint sind. Nach nur knapp zwei Jahren Planungs- und Bauzeit wurde das Gebäude im Sommer 2006 bezogen und im darauffolgenden Januar feierlich eingeweiht. Den Auftrag an Architektin Tilla Theus hatte die Fifa direkt vergeben. 240 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet rund 145 Millionen Euro investierte die Fifa in den Bau, inklusive Grundstück.

Ein Hochhaus unter der Erde

Bereits die sichtbaren Dimensionen des Fifa Headquarter sind gigantisch. Auf 140 mal 47 Meter erstreckt sich der von einem gewebeartigen Metallnetz umspannte Glasaufbau, über dem zurückversetzen Erdgeschoss schwebend. Je nach Tageszeit und Standort des Betrachters erscheint die Fassade transparent oder geschlossen. Das Gewebenetz des stockwerkübergreifend gefalteten Glasvorhanges dient dabei gleichzeitig als Gestaltungselement und Verschattungssystem. Der schlichte Eindruck täuscht jedoch gekonnt über Größe und Luxus hinweg. Eine unscheinbare schwarze Türe führt Befugte in das Gebäudeinnere, zu dem nur Angestellte und Fifa-Mitglieder Zutritt haben. Besucher gibt es in diesem Fort Knox des Fußball nicht. Die Eingangshalle von der Größe eines Fußballfeldes empfängt den Betrachter. Im Anschluss an die Halle befinden sich die Angestelltenbüros, angeordnet um einen begrünten Innenhof, der zumindest dem Tageslicht Zutritt zum Gebäude erlaubt. Jeder Mitarbeiter hat einen Fensterplatz und blickt durch das Fassadennetz auf einen dicht bewachsenen Garten. Das Obergeschoss dominiert ein großer Konferenzsaal, dessen Wandverkleidung mit gehämmerten Aluminium-Platten imponiert. Doch das eigentliche Machtzentrum verbirgt sich geschickt vor unbefugten Augen, denn fünf der insgesamt sieben Geschossebenen befinden sich unter der Erde. Schon die gigantische Tiefgarageneinfahrt, durch die selbst Stretchlimousinen und Sattelschlepper bequem ein- und ausfahren können, verweist darauf, dass sich die wichtigen Dinge hier unter Tage abspielen.

Welt unter Tage

Auf insgesamt fünf Untergeschossen erstreckt sich das Nervenzentrum des Weltfussballs. Neben der Tiefgarage sind hier das Archiv- und Dokumentationszentrum, Technik- und Parlamentsräume, der Konferenzsaal des Exekutivkomitees und das Kommunikationszentrum untergebracht. Zur meditativen sowie religiösen Andacht wurde eigens ein Meditationsraum eingerichtet, der alle Weltreligionen in einem sich nach oben weitenden Onyxkörper vereint. Graue Steinwände und indirektes Licht sind der einzige Schmuck in diesem Raum. Lediglich ein grüner Pfeil des US-Land-Art-Künstlers James Turrell, der auch die Gärten gestaltete, weist in den zwei Durchgängen gen Mekka. Für die weltlichen Belange wiederum dienen eine Cafeteria und ein Wellnessbereich. Ginge draußen die Welt unter, die FIFA würde es vermutlich nicht stören.

Noble Konzentration auf das Wesentliche

Unter den Aspekten „noble Konzentration auf das Wesentliche“ und „vornehme Sachlichkeit“ subsummiert Architektin Tilla Theus ihren Entwurf der unterirdischen Fussball-Bastion. Dabei steht für Theus vor allem die Leere als Luxusgut im Mittelpunkt. Imponieren sei jedoch nicht das Ziel gewesen. Man wolle sich lediglich wohlfühlen, so der damalige Fifa-Präsident Joseph Blatter. Dementsprechend wird dann auch im Inneren filigran inszenierte Pracht zelebriert: kostbare Glasarbeiten, brasilianischer Schiefer und edles Nussbaumfurnier aus den USA bedecken die Wände. In den öffentlichen Bereichen wurde der Boden mit Lapislazuli ausgekleidet. Handläufe aus Chromstahl, die gleichzeitig als Lichtinstallationen dienen, geleiten Funktionäre und Angestellte durch das unterirdische Wegenetz. Zentrales gestalterisches Element ist auch das Zusammenspiel von natürlichem und künstlichem Licht. Tageslicht vermischt sich über Korridore und den Innenhof mit Kunstlicht zu einem Spiel aus Formen und Konturen. Reflektierende Oberflächen, ein spektakulär beleuchteter Glaslift und ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept verleihen dem Bauwerk eine Transparenz, die der Fifa fremd sein dürfte. Doch neben schierem Luxus transportiert das Home of Fifa auch noch eine andere Botschaft: hier, unter der Erde, abgeschottet von der Außenwelt ist der Weltfußball geeint. Sechs Gärten symbolisieren die Fifa-Konföderationen Europa, Asien, Südamerika, Ozeanien, Afrika und Nordamerika. Und auch der Grundstein des Gebäudes trägt den ganzen Fussballkosmos in sich: in seinem Innern befindet sich ein stählerner Fussball von 1,3 Metern Durchmesser, der mit 204 Säckchen Erde aus allen Mitgliedsverbänden der Fifa gefüllt ist.

Das Architekturfotografie-Projekt wurde im Rahmen einer BAUWERK-Dokumentation umgesetzt.

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Architekturfotografie FIFA Headquarter Zürich

Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

FIFA Headquarter bei nextroom.at
Homepage Tilla Theus Architektin

Neue Stadtbücherei Augsburg

Architekturfotografie Stadtbibliothek Augsburg

Architekturfotografie Augsburg: Auf einem ehemals unbebauten Parkplatzgelände im Zentrum von Augsburg befindet sich die neue Stadtbücherei. Von außen betrachtet ist sie hinsichtlich Farbgestaltung und Fassadengliederung ein unübersehbarer Blickfang. Das leicht und transparent anmutende Bauwerk wurde in Form eines aufgeschlagenen Buches konzipiert und realisiert. Die Fassade ist wie durch farbige Buchseiten gegliedert, die auf den Inhalt neugierig machen soll. Funktional und ästhetisch hebt sich die neue Stadtbücherei klar von den umgebenden Zweckbauten ab.

 

Augsburg, eine der ältesten Städte Deutschlands, war immer schon ein Ort der Kunst, Kultur und Literatur. Neben der wissenschaftlichen Staats- und Stadtbibliothek beherbergt die örtliche Stadtbücherei alles, was wissensdurstige Bücherwürmer begehren. Da das Bestandsgebäude den Anforderungen an eine moderne öffentliche Einrichtung irgendwann nicht mehr genügte, wurden bereits in den 1980er Jahren Rufe nach einer Modernisierung laut. Doch erst im Jahr 2005 konnte ein Augsburger Buchhändler dank eines Bürgerbegehrens den lang ersehnten Neubau durchsetzen. Als Bauherrin fungierte die Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung  und Immobilienverwaltung in Vertretung der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Augsburg. Verantwortliche Planer waren die Schrammel Architekten aus Augsburg sowie das Münchner Ingenieurbüro Hausladen. In den Jahren 2007 bis 2009 entstand schließlich ein hochmodernes Bibliotheksgebäude, das die Herzen von Bücherfreunden höher schlagen lässt.

Winkel und Prismen

Zwei Baukörper, ein langgezogener Schenkel und das Viertel eines Rondells, ergänzen sich zu einem eigenwilligen Grundriss. Während der Rundkörper dreigeschoßig ausgeführt wurde, befinden sich im anschließenden Quader vier Geschosse. Durch die beiden Baukörper, ein angrenzendes Parkhauses sowie die rückwärtige Gebäudereihe der Fußgängerzone, entsteht eine intime Platzsituation, die im Trubel der Innenstadt eine gebührende Ruheinsel darstellt. Fassaden aus transparentem sowie milchig getöntem Glas und bunte Fensterlaibungen begrüßen freundlich die Bibliotheksbesucher. Im Gebäude selbst lösen sich die klaren Linien der Außenhülle alsbald auf. Wer das Treppenhaus betrachtet, wird womöglich an den niederländischer Künstler und Grafiker M. C. Escher erinnert. In unterschiedlichen Winkeln münden die breiten Treppen in die jeweiligen Stockwerke, treffen Wände aufeinander. Durch Glasprismen an den Decken wird der Eindruck unmöglicher Winkel noch verstärkt, fast so als befände man sich im Innern eines Kaleidoskops. Weiß und Orange bestimmen als Farben das gesamte Interieur.

Buntes Nutzungskonzept

Besucher betreten das Gebäude über einen offenen und transparenten Raum im Erdgeschoss. Rechter Hand befindet sich eine Caféteria, links das Foyer mit anschließendem Servicebereich samt einem Schalter für Selbstverbucher. Im Zentrum des Raumes, direkt unter dem Lichtauge, präsentiert der Marktplatz Neuerscheinungen, Jahreszeitliche Publikationen und Ausstellungen. Die Kinderbücherei schießt sich direkt an, samt Rutsche, Lesewerkstatt und Spieletisch, WC und Wickelraum. Weiters findet sich hier die Zeitungsecke mit Zugang zum Literaturcafé. Über eine Glasschiebetüre gelangen Besucher in den Veranstaltungssaal, der sich mit eigener Garderobe und Toiletten komplett vom Bibliotheksbereich abtrennen lässt. Im ersten Obergeschoss schließlich befindet sich die Erwachsenenbibliothek, darüber die Jugend- und Musikabteilung. Das dritte und oberste Geschoss dient als Ruhezone und Rückzugsort. Hier können Bücherfans gemütlich durch die neuesten Wälzer blättern oder auf Liegestühlen eine kurze Pause einlegen.

Zentral, offen und hochfunktionell

Für die Planer standen drei Hauptaspekte im Vordergrund. Zunächst einmal die zentrale Innenstadtlage, dank der die Stadtbücherei für alle Bürger im Stadtgebiet gleichermaßen erreichbar ist. Besucher erreichen das Gebäude sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmittel als auch mit dem Auto oder mit dem Fahrrad. Der vorgelagerte Platz wie auch die Zugänge können barrierefrei passiert werden. Entsprechend dem offenen Nutzungskonzept wurde außerdem auf eine großräumige und funktionelle Architektur reflektiert. Gemeinsam mit dem ambitionierten Energiekonzept mit einem maximalen Primärenergieverbrauch von 126 kWh/ m²a waren die Anforderungen an Ingenieure und Architekten hoch. Das Ergebnis ist dann auch ein hochmodernes Bibliotheksgebäude, das Besucher mit Behaglichkeit und Aufenthaltsqualität empfängt. Die Welt der Bücher spannt sich um ein zentrales Lichtauge auf. Durch drei große, in der Decke eingelassene Lichttrompeten, fällt Tageslicht nach innen, das durch mehr als 400 Spiegeldreiecke pro Trompete und Prismenkörper verstärkt wird. Die Prismen zerlegen das Licht in seine Spektralfarben, die nahtlos in das Farbkonzept übergehen: leuchtende Töne und silberne Lichtreflexionen erhellen den Bibliotheksbau bis in den letzten Winkel. Hell, offen, bunt und lebendig lädt die Stadtbücherei zum Verweilen und Schmökern ein. Doch nicht nur Bücher sind im Haus untergebracht. Auch verschiedene soziale Einrichtungen dienen als Schnittstellen und Kooperationspartner. Büros, Bücherregale und offene Arbeitsplätze wechseln sich ab. Und so trifft es auch der Slogan, der das neue Logo der Stadtbücherei ziert: „Offen für Alle“.

Hightech-Gebäude für Bücherfreunde

Doch nicht nur das Nutzungskonzept sollte höchsten modernen Ansprüchen genügen. Auch Haustechnik und Energiekonzept stellten die Planer vor Herausforderungen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass ein innovatives Energiekonzept gewünscht wird, mit einem maximalen Primärenergieverbrauch von 126 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Sowohl die verglasten, teilweise zweischaligen Fenster mit Lichtlenkung als auch die Lichtaugen, Kühl- und Akkustikdecken und eine Fußbodenheizung sind Teil des hochkomplexen Systems. Entstanden ist ein Hightech-Gebäude, in dem sensorgesteuerte Rollos den Lichteinfall sowie den Einsatz von Kunstlicht regulieren. Motorgetriebene Klapp- und Drehflügelfenster wiederum sorgen automatisch für Frischluft. Nicht nur die Ingenieure, auch die Hausverwaltung sowie Betreiber und Mitarbeiter mussten dazu oft guten Willen beweisen. Denn für die komplexe Gebäudeleittechnik braucht es laut Bibliotheksleiter Manfred Lutzenberger schon mehr als einen „ausgeschlafenen Hausmeister“. Bis die  Technik bei allen Beteiligten in Fleisch und Blut übergegangen war, musste einiges an Geduld aufgewendet werden, nicht zuletzt aufgrund eines zu frühen Einzuges und diverser Baumängel. Doch bereits ein Jahr nach der feierlichen Eröffnung zieht Lutzenberger eine positive Bilanz: 940.000 Entleihungen, 420.000 Besucher und 12.300 Neuanmeldungen zeigen, dass die neue Stadtbücherei den Nerv der Zeit getroffen hat und hält was sie verspricht: „Lesen, Lernen, Leben“ für alle.

Das Architekturfotografie-Projekt wurde im Rahmen einer BAUWERK-Dokumentation umgesetzt.

Architekturfotografie Stadtbücherei Augsburg

Architekturfotografie Stadtbücherei Augsburg

Architekturfotografie Stadtbücherei Augsburg

Architekturfotografie Stadtbücherei Augsburg

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Architekturfotografie Stadtbücherei Augsburg

Architekturfotografie Stadtbücherei Augsburg

Weitere Informationen zum Architekturfotografie-Projekt:

Neue Stadtbücherei Augsburg bei Designfunktion
Neue Stadtbücherei Augsburg bei besser-mit-architekten
Homepage Schrammel Architekten

Barrandov Terrassen Prag

Architekturfotografie Barrandov Terrassen Prag

Architekturfotografie Prag: Text folgt

 

Architekturfotografie Barrandov Terrassen Prag

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